Ist Ihr Auto winterfit?
So bekommen Sie Ihr Auto winterfit und sind sicher unterwegs. Die ersten kalten Tage dieses Jahres haben den Autofahrern mancherorts bereits zu schaffen gemacht. Deshalb erinnert der Automobilclub von Deutschland (AvD) vor der kalten Jahreszeit an einige wichtige Vorbereitungen und Vorsichtsmaßnahmen bei Winterfahrten.
Drei Dinge sind im Winter entscheidend:
- Gute Batterie und Technik
- Beste Sicht und
- optimale Reifen
Deshalb sollte man sein Auto vor den ersten Frostnächten winterfit machen, viele Werkstätten bieten dafür Sonderkonditionen, AvD-Mitglieder haben dazu in den AvD Schecks einen Gutschein für einen kostenfreien Service.
Auf folgende Dinge sollte ein besonderes Augenmerk gerichtet werden:
Die Werkstatt sollte die Batteriesäure-Dichte und den Kühler-Frostschutz prüfen. Ggf. muss auch der Luftfilter auf Winterbetrieb umgerüstet werden. Die Wasser-Ablaufkanäle des Autos können selbst gereinigt werden.
Für klare Sicht sorgen
Gute Sicht ist extrem wichtig: Die Scheiben müssen von innen mit Haushalts-Fensterreiniger gründlich gereinigt werden, außen ebenso, man sollte neue Wischblätter montieren und Frostschutz in die Waschanlage füllen. Wichtig: selbstgemachte Mixturen mit Spiritus, Spülmittel oder ähnlichem sind etwas für „Blindflieger“. Sie können Klümpchen bilden und sogar Pumpe und Leitungen der Anlage angreifen. Wichtig: Wer eine Klimaanlage hat, sollte sie prüfen lassen, denn Pollen und Staub können den Innenraum-Filter verstopfen und dann beschlagen die Scheiben noch schneller.
Winterreifen montieren
Keine Frage: Winterreifen sind bei Plusgraden nahe der Null Grad IMMER die bessere Wahl. Als Faustregel gilt: Die Pneus sollten von O bis O, also von Oktober bis Ostern gefahren werden. Sie müssen mindestens 4 mm Profiltiefe haben und sollten nicht älter als sechs Jahre sein (erkennbar an der DOT Kennung, ein kleines Oval auf dem Reifen das vier Ziffern enthält, wobei die ersten beiden die Fertigungswoche, die zweiten das Fertigungsjahr angeben. 3405 bedeutet also, dass der Reifen in der 34. Woche 2005 gefertigt wurde.). Vorsicht beim Radwechsel: Viele Stahlfelgen brauchen kürzere Radmuttern als Alufelgen, beim Selbstwechseln unbedingt darauf achten, sonst können die Schrauben die Bremsanlage beschädigen oder blockieren!
Türschlösser und Dichtungen pflegen
Auch die Türschlösser und -dichtungen verdienen besonderes Augenmerk. Die Schlösser sollten mit Schlossöl oder Graphit behandelt werden, so dass sich kein Wasser sammelt das einfriert. Türschloss-Enteiser sollte man im Winter trotzdem immer in der Tasche haben. Ganz wichtig: Nach dem Verwenden des Enteisers muss das Türschloss unbedingt wieder gefettet werden. Die Türdichtungen müssen gereinigt werden und sollten mit einem Talkumstift behandelt werden. Für ein paar Euro ist eine solch vorbeugende Behandlung einfach möglich. Sie schützt vor spröden und vor allem angefrorenen Gummis, deren Austausch recht teuer sein kann.
Korrosionsschutz ist wichtig
Vor dem Winter sollte das Auto noch einmal komplett gereinigt werden. Eine Schicht Hartwachs, am besten von Hand aufgetragen, macht es wetterfest und resistent gegen Salze. Auch der Unterbodenschutz sollte von einer Werkstatt geprüft und gegebenenfalls erneuert werden.AvD-Tipps vor Beginn der Fahrt:Vor Fahrtantritt das Auto komplett von Schnee und Eis räumen. Nur ein "Guckloch" in der Frontscheibe ist verboten! Auch von Dach, Motor- und Kofferraumhaube muss der Schnee entfernt werden. Zur Grundausstattung gehören deshalb Eiskratzer und Handbesen. Im Notfall hilft die Rückseite einer Musikkassette oder CD.
Nach dem Starten des Motors sofort losfahren! Das "Warmlaufenlassen" führt zu hoher Abgasbelastung und zur Anreicherung des Öls mit Kondensaten und schadet dem Motor langfristig.
Vor längeren Fahrten immer volltanken, bei extremen Wetter schon bei "halbvoll" die nächste Tankstelle suchen.
Um die Batterie zu schonen, während langsamer Fahrt und vor allem, im Stau möglichst wenig Stromverbraucher gleichzeitig einschalten! Bei einer Panne sollten alle Stromverbraucher und Lichter bis auf die Warnblinkanlage ausgeschaltet werden, dann hält die Batterie dreimal so lange.
Winterausrüstung mitnehmen
Vor allem für längere Fahrten warme Jacken, Handschuhe und eventuell Moonboots für jeden Mitfahrer einpacken. Außerdem gehören eine Wolldecke pro Sitzbank, Taschenlampe, Feuerzeug und ein Atlas in jedes Fahrzeug. Auch eine Thermoskanne mit heißem Tee sollte nicht fehlen. Mit dieser Ausstattung können auch längere Wartezeiten bei abgestelltem Motor und Heizung oder Panne problemlos überstanden werden. Solche Situationen entstehen immer wieder durch liegen gebliebene Fahrzeuge bei Glatteis und starkem Schneefall. Hier hilft auch das Streumittel aus öffentlichen Streugutkästen.
Sandsack und Schaufel können das Anfahren bei Glätte erleichtern. Beides gehört daher bei winterlichem Wetter in den Kofferraum. Notfalls ist die Hülle des Warndreiecks eine nützliche Schaufel oder ein Behälter für Schnee oder Kühlwasser. Am sichersten ist es, nur unbedingt notwendige Fahrten zu unternehmen.
Extratipp: Der AvD und andere Automobilclubs verleihen Schneeketten.
Dachtransport im Winter
Immer wieder sieht man im Winter Autos mit Dachboxen und Skiträgern, die mit 180 km/h und mehr über die Straße flitzen. Das ist lebensgefährlich, denn die meisten Hersteller von Dachträgern empfehlen zu Recht eine Maximalgeschwindigkeit von 130 km/h, um zu hohen Winddruck auf den Dachträger zu vermeiden. 120 km/h sind bereits Orkanstärke. Viel wichtiger aber: Bei einem Aufprall mit mehr als 80 km/h bleiben weder Box noch Skiträger auf dem Dach, sie fliegen als Geschoss durch das Heckfenster des Vorausfahrenden oder Stehenden.
Bei Skiträgern müssen Elastizität und Korrosion der Befestigungselemente geprüft und ggf. ersetzt werden, die Ski kommen immer mit den Spitzen nach hinten aufs Dach. Sparen Sie nicht am Skisack - das Streusalz greift die „Bretteln“ erheblich an.
Wer seinen Weihnachtsbaum selbst abholt, sollte den Baum mit einem Netz versehen lassen und mit der Spitze nach hinten auf den Dachträger schnallen. Elastische Expander und Gepäckspinnen dienen zur Befestigung, wenn möglich, sollte man den Baumstamm vorn im Träger „einhaken“. Wichtig: Steht die Baumspitze hinten mehr als einen Meter über, muss eine leuchtrote Warnfahne befestigt werden, notfalls kann man eine Warnweste anbinden. Mit Weihnachtsbaum auf dem Dach sollte man nie schneller als 100 km/h fahren und wer längere Fahrten plant, sollte den Weihnachtsbaum lieber am Zielort kaufen.
Und ein letztes: Der so beliebte „Auto-Weihnachtsbaum“ im Innenraum ist für die Verwendung in Kraftfahrzeugen verboten!
Die Kurz-Checkliste für den Wintercheck:
- Scheibenwaschanlage: Füllstand und Frostschutz.
- Kühlerflüssigkeit: Füllstand und Frostschutz (Glysantin).
- Motoröl: Füllstand und Zustand (Alter, Viskosität).
- Bremsflüssigkeit: Füllstand und Zustand (Kondenswasser!)
- Batterie: Säuregehalt und Leistungsabgabe.
- Scheibenwischer: Zustand und Wischleistung.
- Scheinwerfer: Einstellung und Zustand (Feuchtigkeit!)
- Türschlösser: mit Graphit vorbeugend behandeln.
- Türdichtungen: Mit Talkum oder Fett (Talg) vorbeugend behandeln.
- Bremsen: Scheiben und Beläge auf Zustand prüfen, Bremswirkung!
- Winterreifen: Profil (mind. 4 mm) und Alter (höchstens 6 Jahre) prüfen.



